Höhlen im Jánska-Tal

Ich wusste, dass besonders die Niedere Tatra hinter den Dörfern Liptovsky Jan und Demanova Kalksteincharakter hat. Für Kalksteingebirge ist typisch, dass in diesen Gebirgsarten zahlreiche Höhlen vorkommen. In diesen Bergen sind für die Öffentlichkeit 3 von ihnen geöffnet, aber die interessantesten Teile dieser Höhlen und andere viel interessantere sind für die Öffentlichkeit, natürlich, geschlossen. Allein im Jánska-Tal sind mehr als 30 Höhlen und Höhlenspalten entdeckt. Im benachbarten Demänovská-Tal befinden sich weitere zahlreiche Höhlen und das längste in der Slowakei entdeckte Höhlensystem mit einer Länge von fast 33 km.

Hier finden Sie die Liste der Höhlen in der Slowakei mit Längen. Sie können sehen, dass sich 12 von ihnen mit einer Länge von mehr als 50 Kilometern in diesen beiden Tälern befinden.

Das interessanteste ist das Höhlensystem im Berg „Krakova Hola“ – Hipman’s Höhlensystem, das mit 499,9 Metern das tiefste Höhlensystem in der Slowakei ist. Dieses System besteht aus der Höhle Stary Hrad (Alte Burg), die von Petr Hipman und Hana Kynclova im Jahre 1967 entdeckt wurde, und Jaskyna vecna robota (Höhle der ewigen Arbeit). Diese beiden Höhlen wurden einige Jahre nach der Entdeckung der Höhle Stary Hrad verbunden. Mehr über die Höhle Stary Hrad mit Fotos unten:

Im Gebirgsmassiv Krakova hola (1753 m ü. d. M.) an der Nordseite des Gebirges Nizke Tatry (Niedere Tatra) befinden sich die tiefsten slowakischen Höhlen – die Höhle V Zaskoci, die Höhle Stary hrad (Alte Burg) und die Höhle Javorova priepast (Ahornkluft). Dank der Tiefe von 424 m gehört der Vorrang der Höhle Stary hrad, die über 5 km lang ist. Bei der Namensgebung der Höhle ließen sich die Entdecker von der eindrucksvollen Felsformation inspirieren, die in der Höhe von 1488 m als Eingang in den Untergrund dient.

Die Höhle besteht aus einem System von engen Gängen, die durch 7 bis 44 m tiefe Abgründe unterbrochen sind und im unteren Teil in massivere Canyons übergehen. Diese Räume, die 160 – 580 m tief unter der Oberfläche des Massivs überwiegend in den dunkel gefärbten Kalksteinen der mittleren Trias entstanden sind, sind nur ein kleiner Teil des bisher unentdeckten Systems, das das Wasser der Krakova hola in die Quellen am Boden des Tals Janska dolina ableitet.

Die Höhle von Stary hrad wurde von Petr Hipman und Hana Kynclova im August 1967 entdeckt. Die Erforschung der Höhle, die immer wieder neue Entdeckungen bringt, wird von der Regionalgruppe Zvolen der Slowakischen Gesellschaft für Höhlenforschung fortgesetzt.

Das Netz der Eingangsmäander mit dem Gang, der Slepa chodba (Blinder Gang) genannt wird, führt auf der Höhe des Eingangs zu einem System von 4 Klüften, die bis in die Tiefe von 150 m abfallen. Der größte von ihnen – Hlavna priepast (Hauptkluft) kann zur Zeit durch einen gegrabenen Spiralgang umgangen werden. Im Jahre 1979 fanden die Höhlenforscher die Fortsetzung hinter der Höhle in der Tiefe von 152 m. Durch den langen Mäander, der mit Studna radosti (Brunnen der Freude) in 44 m Tiefe endete, gelang es ihnen, bis zum Siphon ’80 auf dem Grund von Sien prieskumnikov (Stube der Forscher; -272 m) vorzudringen. Das Wasserhindernis wurde durch das Abpumpen des Wassers in den Gummitank im Jahr 1980 überwunden. Hinter dem Siphon fanden sie den Gang Biela chodba (Weißer Gang) mit Aragonitverzierung und die Tropfsteinformation namens Ätna, unter der man sie sich vor dem Aufstieg an die Oberfläche erfrischen sieht. Hinter dem Ätna setzt sich die Höhle in Revajov dom (Revajs Kuppel) fort und am Ende des Kanons (Schlucht) wird sie durch den noch nicht überwundenen Siphon Marcelova zumpa (Marcels Kloake) in der Tiefe von 343 m begrenzt. Im Jahr 1982 gelang es den Höhlenforschern, den Weg von Revajov dom zum Velky kanon (Großer Kanon) zu graben. Der Weg in die Tiefe führt entlang eines ungestümen unterirdischen Baches durch Riecna priepast (Flussschlucht) mit dem 20 m langen Wasserfall. Der Wasserstrom mit kleinen Kaskaden verliert sich in der unpassierbaren Fuge in der Tiefe von 400 m.

Gegenwärtig wird die Erkundung nicht nur in der Tiefe, sondern auch in der Gegenstromrichtung des Baches, in der Höhle am Ende von Velky kanon und im zusammenfließenden Zweig oberhalb von Studna radosti fortgesetzt, wo die Höhlenforscher über den Schacht, der Mydlikova hroza (Mydliks Schrecken) genannt wird, fast bis zur Höhe des Eingangs aufstiegen.

Die Höhle von Stary hrad ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Sie liegt in der ungestörten und geschützten Gebirgsumgebung, auf dem Gebiet des Nationalparks Nizke Tatry, im Staatlichen Naturschutzgebiet Dumbier. Der Besuch des Untergrunds der Krakova hola ist nur erfahrenen und fähigen Höhlenforschern unter der Leitung der Höhlenforscher von Zvolen erlaubt.

Geschrieben und fotografiert von Petr Hipman, dem Vorsitzenden der Höhlenforschergruppe Zvolen.

Die Karte der Höhle

Hier finden Sie Fotos aus dem ganzen Höhlensystem.

Hier finden Sie Fotos aus der Höhle des Sonnenaufgangs (Jaskyňa Slnečný Svit)

(Quelle: saske.sk und speleodetva.sss.sk)

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